Mein Prof
10.10.2006 on 10:00 | In Medien & Internet | 2 CommentsWenn ich schon im vorigen Post über meine Geschichtslehrer hergezogen bin, hier mal ein weiterer Post, der schon seid Wochen in der Pipeline liegt:
Auf Heise war eine Meldung zu Mein Prof. Datenschützer flennen da jetzt zwar rum: “Es geht zum einen darum, dass sich Professoren allgemein öffentlich diskriminiert fühlen”. Aber ich finds gut. um einen gibt es momentan wesentlich gravierendere Einschnitte in die Persönlichkeitsrechte deutscher Bürger, zum anderen sollten die Lehrkörper an den Hochschulen endlich mal aus ihren Elfenbeintürmen kommen. Wenn man man schon hingeht und das deutsche Studium zum Bezahlstudium mutieren lässt, dann sollte man sich auch als Dienstleister verstehen und Kritik ertragen. Wer in der freien Wirtschaft keine Leistung bringt muß auch gehen. Nur an den Unievrsitäten, da hockt man sich die Ärsche paltt und arbeitet mit Lehrmethoden aus Kaisers Zeiten.
Nur mal so ein kleiner Tipp an einige Professoren und Dozenten, lernt man in jedme Rhetorikseminar: Ein Foliensatz ist kein Manuskript und ein Manuskript ist kein Handout.

Hm. Es ist eine etwas komplexere Angelegenheit würd ich sagen. Solche Bewertungsseiten spiegeln ja nicht unbedingt die Qualität der Lehre wieder, sonderen eher die Beliebtheit der Personen.
Eine lehrevalution anhand von 7 Kriterien zu machen die da
Fairness, Unterstützung, Material, Verständlichkeit, Spaß, Interesse und “Verhältnis Note/Aufwand”
lauten… da dreht sich mir der Magen um.
Dass die Lehrkräfte an Unis dazu da sind die Studenten zu fördern, ihnen etwas auf didaktisch gute Art beizubringen, da geh ich mit Dir konform.
Dass aber die Evaluation der Lehre eine Aufgabe ist, die in der Grundordnung so ziemlich jeder Uni drin, aber nicht oder nur schlecht umgesetzt wird ist die viel schlimmere Krux.
Über eine Seite wie mein Prof, die so “wahllos” Bewertungen zulässt stellt sich ebensowenig Objektivität ein wie bei “hot-or-not”.
Deshalb sollte man eben dort ansetzen, dass die Evaluation gscheit gemacht wird und dann auch Konsequenzen für die Entlohnung oder Anstellung der Profs oder anderer Lehrkörper hat. Hier ist ein riesen Mangel innerhalb von Berufungsskommissionen und auch danach, wenn jemand schon auf einer Stelle sitzt wie die Spinne im Netz.
Würden sich die Studenten, die hier Notenklicken machen innerhalb ihrer eignen Uni und in der Uni-Politik mehr DAFÜR einsetzen, anstatt Geld mit Klicks verdienen zu wollen, DANN kämen wir dem großen Ziel der “gerechteren Entlohnung” für Lehrer schon ein wesentliches Stück näher. Dass das die Studenten nicht gerafft haben kann so ner trägen Uni natürlich nur Recht sein und so liegt das RECHT auf Evaluation der Lehre weiterhin irgendwo zwischen anderen Paragraphen.
Kommentar by schaezle — 10. Okt. 2006 #
Klar ist eine komplexe Angelegeheit. Allerdings würde ich als Leihe durchaus vermuten dass Beliebtheit in einem gewissen Zusammenhang mit der Qualität der Lehre steht. Zumindets zeigt mir das die Empirik meines eigenen Lebens. Ob das jetzt wahnsinnig objektiv ist sei dahingestellt. Meines Erachtens gibt es sowieso keine Objektivität, was in der Natur des Menschen als Subjekt begründet liegt.
Die Evaluationskriterien mögen dir den Magen umdrehen. Man muß aber bedenken, dass das “Laien” sich ausgedacht haben. Dass man das aus soziologoscher Sicht optimierne kann: Keine Frage. Es steht Dir ja frei mit denen in Kontakt zu treten und Deine fachkundige Hilfe anbieten.
Ich finde es etwas schwach die Seite einfach mit “hot-or-not” zu vergleichen. Hier versuchen wenigstens einige Personen eine Evaluation zu machen, da ja die Evaluation an den Hochschulen (nicht nurt Universitäten) offensichtlich nicht funktioniert. Es ist auch zu einfahc den Machern vorzuwerfen sie sollen doch erst mal an ihrer Uni etwas tun. Da kommt mir in den Sinn dass Professoren generell immer am längeren Hebel sitzen und ich mir so nur mein Studium verscherze. Das kenen ich auch aus eigener Empirik.
Ich fordere generell dass in Deutschland Lehrkörper (an jeglicher Bildungseinrichtung) über keine nBEamtenstatus mehr verfügen. Des weiteren sollten sie eine Fortbildungsverpflichtung bekommen wie es in Teilen der Notfallrettung üblich ist. Es sollte ausserdem nicht nur im Ermessen irgendeiner Berufungskommision liegen, obe ein Lehrkörper gehen muß. Es sollte maßgeblich im Ermessen der Studenten liegen. Als Stichwort fällt mir da etwas in der freien Wirtschaft längst übliches ein: Totally Quality Management und Kontinuirlicher Verbesserungsprozess.
Aber, das ganz große aber: Dann müßten ganz viele an deutsche nHochschulen ihren Finger aus dem Warmen nehmen und darauf haben ganz viele keine Lust. Und genau da liegt der Hund begraben. Diejenigen Professoren die sich über diese Seite beklagen sind mit großer Wahrscheinlichkeit diejeniogen die schlecht dabei wegkommen. Und jetzt mal Objektivität hin oder her: Getroffene Hunde Bellen
Kommentar by 5V3N.5P4C3 — 11. Okt. 2006 #